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Um es vorwegzunehmen: die
Kreativität liegt mir im Blut.
In jedem Menschen schlummern
charakteristische Talente. Meine Persönlichkeit ist durch Feingefühl und
einen ausgeprägten Sinn für Schönes gekennzeichnet.
Die künstlerische Begabung wurde
mir sozusagen in die Wiege gelegt.
Doch was nützt die
künstlerische Ader, wenn sie nicht gefördert wird? Mein Talent wurde leider
nie richtig erkannt, geschweige denn anerkannt. Schon in meiner Kindheit und
Jugend stand ich unter großem Leistungsdruck, sollte Bestleistungen in
Mathematik und Latein erbringen. Kreativität besaß in meiner Familie einen
geringen Stellenwert und wurde allenfalls im Freizeitbereich anerkannt. So
wurde ich in eine kaufmännische Berufslaufbahn gezwängt, obwohl ich lieber
eine kreative Richtung eingeschlagen hätte. Mein künstlerisches Potential
blieb dabei natürlich auf der Strecke liegen.
Ich entwickelte mich zu einer
verantwortungsbewussten und ehrgeizigen Karrierefrau.
Jahrelang führte ich ein
Bestattungsinstitut, war erfolgreich und hatte doch stets das leise Gefühl,
fehl am Platze zu sein.
Mit dem Jahr 2000 kam dann nicht
nur die Jahrtausendwende, sondern auch der Wendepunkt in meinem Leben.
Das Schicksal warf mich
aus der Bahn und brachte mich auf den richtigen Weg:
Von einem Stalker
(Artikel
zum Thema Stalking)
wurde ich um mein gesamtes Hab und Gut gebracht und derart massiv
bedroht, dass ich aus Rheinlandpfalz fliehen musste. Völlig mittellos und
fern von meiner Heimat brachte ich mich in Hamburg in Sicherheit und baute
mir dort mit Hilfe des
"Weißen
Ringes"
(Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer) eine neue Existenz auf.
Dabei musste ich unüberwindbar
scheinende Hürden bewältigen: ich war traumatisiert und psychisch am Ende,
erlitt einen Bandscheibenvorfall und kurz darauf eine Krebserkrankung. Ich
kann seitdem keiner geregelten Arbeit mehr nachgehen. Doch ich habe nicht
aufgegeben.
Ich durchstand eine schwere
Lebenskrise und nutzte diese als Chance.
Das chinesische Wort für "Krise"
wird übrigens aus 2 Schriftzeichen zusammengesetzt:

"Gefahr" und "Gelegenheit"
Und so wurde aus meiner Not eine
Tugend:
Ich begann, die Spiegelbilder
meiner Seele zu malen, um meinen Gefühlen Ausdruck zu geben und das Erlebte
zu verarbeiten. Ich erhielt positive Rückmeldungen, traute mich schon bald,
auch für andere Menschen in meinem Bekanntenkreis Seelenbilder zu entwickeln
und landete damit künstlerische "Volltreffer".
Ich war gerührt und überwältigt,
von der Bewunderung und der Dankbarkeit, die mir für meine Arbeiten
entgegengebracht wurden und spürte instinktiv, dass ein Stein ins Rollen
gebracht wurde.
Der Stein entpuppte sich
geradezu als Lawine! Meine verkümmerte Leidenschaft zur Malerei flammte neu
auf und meine Kreativität schäumte fast über. Ich wurde mutiger, traute mich
an die Öffentlichkeit und bin
inzwischen eine beliebte Künstlerin geworden, deren Werke im gesamten
Bundesgebiet verbreitet sind. Einige Zeitschriften und ein Radiosender haben
sogar schon über mich berichtet.
Aufgrund meiner tragischen
Schicksalsschläge kann ich endlich meinen Lebenstraum verwirklichen und mein
Talent beruflich nutzen.
Ich verdiene nicht wirklich viel Geld mit meiner Kunst, doch umso mehr
Anerkennung. Ich kann für meinen Lebensunterhalt und meine Gesundheit
sorgen, habe Freude an meiner Arbeit, bin glücklich - und momentan (nach
einer zweiten Krebserkrankung) scheinbar auch gesund. Und das ist der größte
Reichtum, den ein Mensch besitzen kann.
Ich danke all meinen Kunden, die
mich durch den Kauf meiner Bilder unterstützen und mir einen neuen
Lebensinhalt ermöglichen.
Sigrid Goldschmidt
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